top of page

Warum grüßen Yogis die Sonne?

  • Autorenbild: Anja Georgia
    Anja Georgia
  • 15. Apr. 2020
  • 4 Min. Lesezeit
"Tiiiiieeeef durch die Nase einatmen - heb die Arme über die Seiten nach oooben Auuuusatmen - Hände vor dein Herz haaaa Und jetzt alle zusammen: Guten Morgen liebe Sonne!"

Okay "Guten Morgen liebe Sonne" sagen wohl dann doch die wenigsten Yogis, aber warum heißt das ganze dann Sonnengruß? Und was ist dieser Sonnengruß eigentlich?



Der Sonnengruß alias Surya Namaskar

Der Sonnengruß wird auch manchmal als "Gruß der Sonne" oder "Sonnengebet" bezeichnet.



In der Yoga-Sprache Sanskrit heißt die Abfolge der Asanas Surya Namaskar.

Surya ist der Name des hinduistischen Sonnengottes. Ursprünglich wurde bei dem Sonnengruß der Sonnengott gehuldigt. In der Früh wurde der Sonnengruß Richtung aufgehender Sonne ausgeführt. Traditionell wiederholte man das Ganze 12 mal, weil der Sonnengott 12 Namen hatte.

Die Sonne ist der Ursprung des Lebens. Die Sonne spendet und Licht und Wärme und ohne Sonne würde nichts wachsen, es würde niemand schön braun werden im Sommer und es gäbe auch kein Vitamin D (ganz wichtig, denn das macht gute Laune).



Der Sonnengruß - Ein Kraftvoller Start

Die Sonne ist die Kraft und die Wärme, der Sonnengruß schenkt dir ein Teil dieser Kraft und Wärme. Denn bei der Durchführung der Asana-Abfolge wirst du schnell merken dass dir warm wird und dass die Energie nur so durch deinen Körper strömt.

Somit eignet sich der Sonnengruß perfekt als steigerndes Warm-up. Am besten du wiederholst du den Gruß an die Sonne nach deiner Anfangsentspannung, deiner Atemübung und wenn du dich schon einmal ein wenig gestreckt hast. Beginne langsam und steigere dich dann mit jeder Wiederholung. Nach ein paar Sonnengrüßen wird dein Körper und auch dein Geist auf jeden Fall startklar für deine Yoga-Einheit sein.


Du kannst den Sonnengruß aber auch als einzelnes Training verwenden oder als kleine Yoga-Einheit zwischen durch, falls du mal nicht die Muse hast eine komplizierte, neue Yoga-Stunde mitzumachen.

Denn die Abfolge der Asanas ist immer gleich (oder wenigstens ähnlich) und somit kannst du dich ganz auf deine Atmung konzentrieren.



Die "richtige" Reihenfolge des Sonnengrußes

Zuallererst: es gibt kein richtig oder falsch hier. Es gibt nur eine Basis und die kannst du je nach dem wie du dich fühlst variieren.


Hier der Grundbaustein des klassischen Sonnengrußes:

1. Tadasana (Berghaltung = gerader, fester Stand)

2. Urdhva Hastasana (Berghaltung mit gehobenen Armen)

3. Uttanasana (Vorbeuge = Kopf hängen lassen)

4. Ashwa Sanchalanasana (Reiter- oder Sprinterhaltung = ähnlich wie ein Ausfallschritt)

5. Phalakasana (Plank/ Brett = Körper ist wie ein Brett, parallel zum Boden)

6. Chaturanga Dandasana (Liegestütze = du sinkst langsam und gerade ab zur Matte)

7. Bhujangasana (Kobra = Brust leicht heben) / Urdhva Mukha Svanasana (heraufschauender Hund = Brust stärker von der Matte heben)

8. Adhoc Mukha Svanasana (herabschauender Hund = Hände und Füße auf der Matte, Steißbein der höchste Punkt)

9. Ashwa Sanchalanasana (Reiter- oder Sprinterhaltung)

10. Uttanasana (Vorbeuge)

11. Urdhva Hastasana (Berghaltung mit gehobenen Armen)

12. Tadasana (Berghaltung = gerader, fester Stand)


so das ist EINE Möglichkeit den Sonnengruß zu machen und es gibt noch ganz ganz viele weitere. Ich zum Beispiel mache statt Ashwa Sanchalanasana (Reiter- oder Sprinterhaltung) lieber nur den herabschauenden Hund und dafür baue ich noch vor der ersten Vorbeuge einen "Stuhl" (Utkatasana) ein oder ich mache auch gerne eine Rückbeuge.

Viel wichtiger als die "richtige" Reihenfolge ist nämlich die Ausführung und was sie dir bringen soll.


Die Ausführung des Sonnengrußes

Bei der Ausführung des Sonnengrußes solltest du, wie auch sonst bei jeder anderen Yoga-Einheit, darauf achten, dass du alles möglichst "Gelenkschonend" machst. Damit meine ich, dass du wenn du zum Beispiel das erste mal im herabschauenden Hund bist nicht sofort deine Beine durchstreckst und auf biegen und brechen versuchst, dass deine Fersen die Matte berühren. Weil deine Fersen müssen NICHT die Matte berühren! Sondern dein Rücken muss eine Linie sein, bedeutet das Steißbein ist der höchste Punkt. Dafür kannst du gerne deine Fersen in der Luft halten und deine Knie gebeugt lassen, denn wenn der Rücken gerade ist, dann führst du das Asanas richtig aus (und nicht andersrum).

Auch bei dem Übergang von Plank zu dem heraufschauenden Hund (zweites Bild oben links) ist die richtige Ausführung besonders wichtig. Denn wenn du dich beim Chaturanga, also der Yoga-Liegestütze, nach vorne schiebst, belastest du auf Dauer deine Schultersehne. Da du das bestimmt nicht willst, taste dich schrittweise an das Asana heran. Lege erst deine Knie ab, dann deine Brust und erst wenn Brust und Knie auf der Matte sind stülpst du deine Zehen um und ganz zum Schluss sinkt dein Becken auf die Matte ab. Wenn du das ein paar mal gemacht hast, wirst du merken, dass es dir jedesmal ein klein wenig leichter fällt. Irgendwann hast du dann genug Kraft in deiner Arm-, Brust- und Schultermuskulatur um ganz gerade auf die Matte abzusinken. Auch hier heißt es einfach: Übung macht den Meister (auch bei Yogis).


In dem Yoga-Video "Sonnengruß Variation" gehen wir die einzelnen Steigerungen gemeinsam durch. Du musst dabei nicht jede weitere Option mitmachen, sondern du machst einfach ganz entspannt dein Level. Denn im Yoga geht es weder um Geschwindigkeit, noch um Können oder sonst um irgendwelche ehrgeizigen Ziele. Es geht schlicht darum, dass es dir, deinem Körper und deinem Geist gut tut.


Und nun ab auf die Matte


Namaste







Comments


Post: Blog2_Post

Subscribe Form

Thanks for submitting!

  • Facebook
  • Pinterest
  • Instagram

©2019 by nimmersatt. Proudly created with Wix.com

bottom of page